Chaine des Rotisseurs
Die Geschichte der Chaîne des Rôtisseurs Drucken Email
Eine Zunft von alter Tradition


Louis IX
Louis IX
Schon im ausgehenden Mittelalter räumte man in Frankreich der Kochkunst eine herausragende Bedeutung bei der Zivilisierung des Landes ein. So verlieh Ludwig IX., genannt der Heilige, 1248 den besten Köchen das Recht, sich zu einer organisierten Gemeinschaft zusammenzuschließen. Aufgrund dessen wurde die ,,Chaîne des Rôtisseurs“ als Zunft der Spießbrater gegründet. Das Ansehen dieser Vereinigung ergab sich aus der Kunstfertigkeit seiner Mitglieder, bestes Fleisch am Spieß über offenem Feuer in höchster Vollendung ,,à point“ zu braten.


Die Mitgliedschaft war streng limitiert und die Aufnahmeprozedur von jahrelangem ,,Dienen“ abhängig. Die Leiter der Hierachie konnte nur nach eingehender Bewährung erklommen werden. An der Spitze jeder Region stand der ,,Bailli“. In Paris residierten der Grand Bailli und der Grand Chancelier, die bei Hofe im Rang von Botschaftern standen. Diese unumstößlichen Regularien sowie das leidenschaftliche Ringen um Fortschritte in der Kochkunst, getragen von einer mitbrüderlichen Gemeinschaft, sicherten der Zunft eine jahrhundertelange Entfaltung, die erst in den Wirren der Französischen Revolution 1789 beendet wurde.


Nach dem II. Weltkrieg, in dem alle Lebensverhältnisse einen weiteren Rückschlag hinnehmen mußten, trafen sich im Jahre 1950 fünf bekannte Persönlichkeiten (drei Köche und zwei Journalisten) und suchten nach Möglichkeiten, den gehobenen französischen Lebensstil wiederzubeleben. Sie besannen sich auf die uralte Tradition der Spießbrater-Zunft und gründeten die Chaîne des Rötisseurs aufs neue. Als Vereinigung von professionellen Köchen und Restaurantmeistern einerseits und kenntnisreichen Feinschmeckern andererseits förderte die Chaine in den bewährten Bahnen ihrer Tradition die Leistungen der Küchen- und Tafelkultur.


Sie schuf damit ein Forum der Wertschätzung dieses für die Lebensqualität unseres Daseins so grundlegenden Dienstes am Menschen. Mit den Insignien des Chef- bzw. Maitre Rôtisseur und des Chef- bzw. Maitre de Table wurden und werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich durch herausragende gastronomische Leistungen langjährige Verdienste um das Wohl ihrer Gäste erworben haben.


Die Bruderschaft entwickelte sich naturgemäß zunächst in Frankreich. Die Idee des ,,Diner Amical“, des Freundschaftsessens, machte aber an den Grenzen nicht halt. 1958 wurde die Bailliage National d‘Allemagne gegründet. Und heute findet sich die Confrèrie de la Chaîne des Rôtisseurs in 120 Ländern der Welt. Sie zählt über 80000 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu ihren Mitgliedern. Von Beginn an wurde der Begriff ,,Confrérie“ nicht allzu eng gedeutet und die ,,Dame de la Chaîne“ gleichberechtigt in die Gemeinschaft aufgenommen.


Die Ziele der Chaîne des Rôtisseurs


Neben den traditionellen Aufgaben - der Förderung gehobener Küchen- und Tafelkultur - stellt sich heute die Chaîne des Rôtisseurs ganz in den Dienst von Freundschaft und Völkerverständigung. Dazu veranstalten die einzelnen Bailliagen die nationalen und internationalen Grands Chapitres. Diese stellen, begleitet von festlichen Diners, die kulturellen Glanzpunkte eines Landes bzw. einer Stadt in den Mittelpunkt ihrer Zusammenkünfte. Die Möglichkeit der Selbstdarstellung vermag dabei Gastronomen und deren Mitarbeiter zu einzigartigen Spitzenleistungen zu beflügeln.

Im regionalen Bereich sind die Diners Amicals, ausgerichtet von Chaîne-Häusern, beliebte Anziehungspunkte, um gesellschaftliche Kontakte zu pflegen und die freundschaftlichen Beziehungen der Mitglieder untereinander zu vertiefen.


Inthronisation und Eidesformel


Inthronisation
Inthronisation
Auf den Grands Chapitres in Deutschland und auf der ganzen Welt erfolgt die feierliche Inthronisation der neuen Mitglieder. Entsprechend ihrem Rang erhalten sie die Insignien. Dabei sprechen sie folgendes Gelöbnis: ,,In meiner Person als Mitglied der Chaîne des Rôtisseurs verspreche ich, stets die Kunst der Küche und die Kultur der Tafel zu würdigen. Ich gelobe, allzeit meiner Verpflichtungen zur Brüderlichkeit und zur Achtung gegenüber allen Mitgliedern der Confrerie de la Chaîne des Rôtisseurs nachzukommen.
 
In der Bailliage Bayern-Süd hatte sich naturgemäß das Gebiet um München zu einem dominierenden Zentrum entwickelt. Zur noch größeren Ausstrahlung im altbayerischen Kulturraum wurde in einem weiteren Schritt unsere Bailliage Bavière-Orientale (Niederbayern-Oberpfalz) gegründet. Die Charterfeier fand anläßlich des 750jährigen Chaîne-Jubiläums 1998 in der Klosterschenke Weltenburg statt.
(weitere Informationen zur Klosterschänke Weltenburg) Pate stand dabei die Bailliage de Haute-Bavière, der wir uns deshalb besonders verbunden fühlen.

 
Die Bailliage Bavière Orientale

hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, die gastronomisch-kulinarischen Besonderheiten mit den kulturellen Traditionen unserer Region herauszustellen und durch unsere Mitglieder zu fördern.

Damit leisten wir auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene einen Beitrag zur Imagepflege unserer führenden ostbayerischen Gastronomiebetriebe

... ein Beitrag, der uns in der Gemeinschaft heiterer Tafelrunden in genußreicher Weise schmackhaft gemacht wird.


 

 
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